Weinfonds und deren Performance

Performance mit negativen Beigeschmack
Die Liv-ex hat in ihrem Monatsbericht diverse Weinfonds mit ihrer Performance für das Jahr 2008 aufgelistet. Wie auch schon hier im Blog thematisiert, gibt es dabei gravierende Unterschiede. Die Ergebnisse reichen von -42% bis +20% (ohne Berücksichtigung von Währungseffekten). Da viele Fonds oftmals den Anlage-schwerpunkt “Bordeaux” (Ausnahme Nobles Crus mit 59% Burgund) haben, fragt man sich, woher solche Performanceunterschiede resultieren können. Ein elementarer und eigentlich nicht akzeptabler Grund ist die Art und Weise, wie die einzelnen Positionen bewertet werden. Einige Fonds nehmen das Liv-ex System als Grundlage, andere Fonds ziehen Auktions- und Händlerpreise heran, was aus meiner Sicht völlig inakzeptabel ist. Was für Auktionspreise dienen als Maßstab? Von den Auktionen in London oder doch lieber in Singapur oder Hongkong? Mit Buyers Premium oder ohne? Gerne auch Durchschnittspreise des gesamten Jahres, wenn diese besser geeignet (sprich höher)sind. Oder doch lieber offizielle Verkaufspreise des Weinhandels, da gibt es große Bandbreiten und damit Spielraum. Und dann hat man vielleicht noch Bestände direkt ex Château, die beim Verkauf angeblich mindestens 50% (?!?!?!) mehr einbringen, also bewertet man sie direkt auch entsprechend höher. Oder ich überlasse die Bewertung einigen in Bordeaux ansässigen Negociants- Nachtigall, ick hör dir trapsen. Auch wenn hier im Blog bereits diverse Male Kritik am Bewertungs-system der Liv-ex geäußert wurde, es ist zumindest der Ansatz zu mehr Transparenz, der in Zukunft noch weiter ausgebaut werden muss.

Forderung nach einheitlichen Standard
Man sollte durch die zahlreichen Skandale in der Finanzszene gewarnt sein und sich darum bemühen, einheitliche Bewertungsmaßstäbe für alle Weinfonds anzusetzen. Dies würde im Interesse der gesamten professionellen Weininvestmentszene und der Anleger geschehen. Zudem sollte ein monatlicher Report inkl. Performanceausweis das Mindeste sein, was man als Anleger erwarten darf.

Hier sollten und müssen allgemein gültige Standards gesetzt werden, ansonsten wird es irgendwann ein böses Erwachen geben. Und das gilt es zu vermeiden!


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