„Sideways“ war gestern, heute ist „Blood into Wine“

Es gibt nicht viele Gründe, warum in diesem Blog einmal nicht über die Liv-ex oder den „Fine Wine“ Markt berichtet wird. Diesmal gibt es einen – und zwar einen Film, den man sich als Weinfreund wirklich einmal anschauen sollte.
„Blood into Wine“ ist eine sehr unterhaltsame und gelungene Dokumentation über ein Weinprojekt in Arizona. In einer wüstenähnlichen, kargen Landschaft hat es sich Maynard James Keenan – seines Zeichen Frontmann von den Bands Tool/ A Perfect Circle/ Puscifer- zur Aufgabe gemacht, Wein anzubauen. Genauso wie er seine Leidenschaft als Musikkünstler betreibt, widmet er sich -sowohl alleine, als auch gemeinsam mit seinem Mentor Erich Glomski – dem Weinbau. Es ist faszinierend zu sehen, wie ihm seine gelebte Weinleidenschaft Tag für Tag dabei hilft, zum Teil sehr widrigen Umständen (Klima, Vegetation, Verwaltung, Schädlingen etc.) zu trotzen. Schließlich würde man auch eher ein Bordell im Vatikan erwarten als ein Weingut in den kargen Felsen von Arizona! Auch entspricht Maynard James Keenan in keiner Weise dem Bild des klassischen Rockstars, der vielleicht nur Winzer wird, damit der eigene hochprozentige Nachschub gesichert ist.
Sein Interesse am Wein ist tiefgründiger Natur und gleichzeitig hat Keenan einen unglaublich trockenen Humor, der die Dokumentation sehr kurzweilig macht. Es wird aber auch eine andere Seite von Keenan gezeigt, wenn er darüber berichtet, warum er einen Wein nach seiner Mutter (Judith) genannt hat – und dies nimmt man ihm zu 100 Prozent ab. Überhaupt hat man nicht das Gefühl, dass Keenan hier vielleicht nur vor der Kamera den „Winzer“ spielt, der für die Zeit der Aufnahme selbst Hand anlegt und sich danach in seine Villa auf Long Island zurückzieht. Genau wie in die Musik steckt Keenan aus einer inneren Motivation heraus viel Herzblut in die Weinproduktion. Dies ist auch ein Umstand, der dem bekannten Weinjournalist James Suckling- der ebenfalls in der Doku ins Bild und zu Wort kommt- imponiert.
Ein weiteres Highlight sind die Szenen mit den amerikanischen Komikern Tim Heidecker und Eric Wareheim, die man so sicherlich nicht in einer Dokumentation erwarten würde, die die Produktion aber perfekt abrunden.
Für Weinfreunde ist dieser Film in meinen Augen ein absoluter Pflichtkauf und das ideale Geschenk im Hinblick auf das schon wieder „heranrasende“ Weihnachtsfest. Der einzige- wirklich sehr kleine- Wermutstropfen ist dabei vielleicht, dass es den Film nur mit deutschem Untertitel gibt.
Die DVD ist ab dem 21.10.2011 im Handel erhältlich. Ab Montag wird zudem eine DVD hier im Blog verlost!!!!! Nähere Infos hierzu am Montag an dieser Stelle.
Stichwörter: Blood into Wine, Erich Glomski, Maynard James Keenan






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