Potentielle “Spätfolge”
Der Markt für hochwertige Weine lebt grundlegend von dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Im Soge der Finanz-/Wirtschaftskrise sind die Preise für hochwertige Weine unter Druck geraten, da Händler/ Fonds ihre Bestände aus unterschiedlichen Gründen aktiv im Markt verkaufen mußten. Nun beruhigt sich die Lage etwas, die erste Verkaufswelle scheint überstanden zu sein. Für die nahe Zukunft darf man gespannt sein, wo die Reise hingeht, diverse Szenarien sind dabei denkbar.
Unter einem längerfristigen Zeithorizont könnte sich ein weiteres Problem ergeben. Im Soge der derzeitigen Unsicherheit wird der Konsum von edlen Rotweinen zurückgehen- sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Bereich. Spesenausgaben werden zurückgeschraubt, was insbesondere Restaurants mit einem hochwertigen Weinangebot zu spüren bekommen. Zudem ist speziell der Haupthandelsplatz London von der Wirtschaftskrise betroffen, wo Geschäftsessen gerne mit einer guten Flasche Wein begleitet wurden. Im privaten Bereich wird sicherlich die ein oder andere Flasche lieber “gebunkert” als ausgetrunken.
Somit schränkt sich derzeit ein wichtiges Kriterium für einen funktionierenden Weinmarkt nicht unerheblich ein- der Konsum. Selbst wenn diese Bestände dann später noch effektiv getrunken werden sollten, so wird dies doch Auswirkungen auf die Nachfrage haben, da zunächst die eigenen Lager “geplündert” – und danach erst wieder aufgefüllt werden. Auch wenn andere internationale Märkte sich derzeit immer noch als Nachfragemotor betätigen, man sollte diesen Aspekt bzw. dieses latente Risiko nicht aus den Augen verlieren.