Parker im Mittelpunkt
Robert Parker steht -wie eigentlich immer- mit seinen Bewertungen zum neuen Bordeaux-Jahrgang im Mittelpunkt des Interesses. Beschränkte sich früher die Diskussion über die Punktevergabe jedoch meist auf einzelne Weine, geht es diesmal um die komplette Einstufung des Jahrgangs. Viele Händler und Journalisten sehen die Bewertung als bedeutend zu hoch an, selbst Produzenten aus Bordeaux zeigen sich “verwundert” über Parkers Einschätzung, die viele Weine auf das Niveau von 2005 hebt. Allen Beteiligten war im Vorfeld klar, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine sehr schwierige Primeur-Kampagne werden würde. Die First Growths sollten Zeichen setzen und sie haben sie gesetzt. Die letzten Jahrgänge waren überteuert, nun sollte ein deutlicher preislicher Abschlag erfolgen, Konsum statt Spekulation war die Devise. Bis Parker kam und quasi über Nacht die Spekulation wieder heraufbeschwor. Marketingtechnisch hervorragend und Marktmacht unter Beweis gestellt. Aber in diesem Fall war von Parker Sensibilität gefragt. Als der In-Bottle Report für den Jahrgang 2005 herauskam und viele Marktteilnehmer im Vorfeld mit höheren Noten für einzelne Weine gerechnet hatten, wurde u.a.gemutmaßt, dass Parker mit seiner finalen Notenvergabe unter Umständen auch die Spekulation einschränken wollte. Sollte dies der Fall gewesen sein, war er sich zumindest damals seiner Rolle bewußt. Nun wird dieser Jahrgang auch in den nächsten Jahren im Mittelpunkt des Interesses stehen, alleine schon, um zu sehen, ob Parker grundsätzlich falsch oder richtig liegt. Aber im Augenblick beschert es insbesondere dem Handel zwei weitere Probleme: Die Jahrgänge 2006 und 2007!