22.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Das Thema Weinpreise im “Fine-Wine” Bereich ist umfangreich. Es gibt nicht einen zentralen Markt, wo sich die Preise bilden, sondern es gibt diverse Weinauktionen und auch die Weinbörse Liv-ex kann sicherlich nicht als einzige Referenz herangezogen werden. Somit ist es sinnvoll, mehrere Quellen miteinander zu verknüpfen, um eine solide Preisbasis zu ermitteln und um “Ausreißerpreise” einordnen bzw. relativieren zu können. Hier liegt auch eine große Schwäche bei der hier im Blog schon mehrmals kritisierten Bewertung von Fondsbeständen. Insbesondere in weniger liquiden Weinen besteht die Möglichkeit der Preismanipulation zum entsprechenden Stichtag, wenn man nur die Preise der Weinbörse zugrunde legt. Ein breiteres Fundament an Daten -insbesondere von Auktionen- wäre hier sinnvoll. Zudem könnte man hierdurch zu extremen Preissprüngen vorbeugen. Ich habe bei der Preismatrix in zwei Datenquellen unterteilt: die Premiumquellen (Liv-ex, Sotheby´s London, Christie´s London) und Sekundärquellen (ebay + andere Weinauktionshäuser).
Stichwörter: Weinpreise
19.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Der Dezember war von einem hohen Handelsvolumen geprägt. Der Liv-Ex 100 beendete den Monat mit einem Minus von 2.2 Prozent und das Gesamtjahr 2008 mit einem Minus von 14.6 Prozent, der erste Verlust auf Jahresbasis seit 2004.
Das Hauptgeschehen spielte sich in den jüngeren Jahrgängen ab, wobei der 2003´er im Mittelpunkt des Handelsinteresses stand. Aber auch der 2005´er Jahrgang scheint nach dem Preisrückgang wieder vermehrt in den Blickpunkt (15 Prozent des Gesamthandelsvolumen) der Händler und Investoren zu geraten. Unter den Monatsgewinnern ist u.a. Cos d´Estournel 2003 (+10,4%) und Margaux 2004 (+5.6%) zu finden. In der Liste der Monatsverlierer sind u.a. Cheval Blanc 2005 (- 11%) und Margaux 2005 (-13.9%) vertreten.
Bei den Indizes der Liv-ex sind einige Veränderungen vorgenommen worden. Neben dem Austausch von einigen Weinen im Liv-ex 100 und Liv-ex 500 ist hervorzuheben, dass der Claret-Index nun wöchentlich berechnet wird.
Stichwörter: Liv-Ex Liv-ex 100. Liv-ex 500 Weinbörse
16.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Im Rahmen der in Kürze gehenden Blogerweiterung habe ich mich intensiv mit dem Thema „Weinpreise“ im Fine-Wine Bereich beschäftigt. Die Frage lautete: „Wie könnte man einen aktuellen Marktpreis/ Richtpreis für einzelne Weine ermitteln?“. Nutzt man zu diesem Zweck eine Weinsuchmaschine, ist dies nicht wirklich hilfreich. Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind zu groß, die Angebote zum Teil nicht aktuell, die Qualität der Flaschen unterschiedlich, etc…… Zudem war es in meinen Augen klar, dass man den internationalen Weinauktionsmarkt und die Daten der Weinbörse Liv-ex bei der Preisermittlung berücksichtigen muss, da hier Angebot und Nachfrage unmittelbar aufeinandertreffen bzw. die Preise des Haupthandelsplatzes Großbritannien ausgewertet (List-Prices) werden. Das Problem dabei ist, dass an diesen Handelsplätzen meist nur ganze “cases” gehandelt werden, die Richtpreise sich aber auf Einzelflaschen beziehen sollten. Somit habe ich die Preise zunächst durch zwölf geteilt und aufbereitet (Wechselkurs, Steuern), um eine Basis für eine Preismatrix zu erhalten. Diese Preismatrix wurde dann noch um weitere Daten (z.B.nationale Auktionen) ergänzt und die einzelnen Bestandteile unterschiedlich gewichtet. Das Ergebnis für diverse Weine werde ich in Kürze hier im Blog veröffentlichen. Zudem werde ich noch einige Feineinstellungen vornehmen….Fortsetzung folgt.
Stichwörter: Weinpreise
13.01.09, von weinvestor, Ein Kommentar
Gestern Abend erreichte mich noch eine interessante email. Inhaltlich ging es darum, dass in meinem Blog für eine Dienstleistung geworben (Banner) werden sollte, die im Bereich des Weininvestments angesiedelt ist. Gleichzeitig sollte die Berichterstattung über das Thema etwas subjektiver und weniger kritisch erfolgen.
Ich habe auf diese email nicht geantwortet sondern direkt gelöscht. Meine Antwort gebe ich hier im Blog:
Ich sehe das Weininvestment als ernsthafte Investmentalternative und Portfoliobeimischung an. Es ist aber nicht meine Absicht, das Thema einseitig zu behandeln und nur die positiven Aspekte hervorzuheben. Ich halte dies auch für unseriös, da es dem Thema nicht gerecht wird. Zudem gibt es keinen “free lunch” und eine potentielle Rendite muss auch im Verhältnis zu den damit verbundenen Risiken gesehen werden. Dies wird auch in Zukunft in meinem Blog so gehandhabt. Ich hoffe, dies reicht als Erklärung!
12.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Der Markt für hochwertige Weine lebt grundlegend von dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Im Soge der Finanz-/Wirtschaftskrise sind die Preise für hochwertige Weine unter Druck geraten, da Händler/ Fonds ihre Bestände aus unterschiedlichen Gründen aktiv im Markt verkaufen mußten. Nun beruhigt sich die Lage etwas, die erste Verkaufswelle scheint überstanden zu sein. Für die nahe Zukunft darf man gespannt sein, wo die Reise hingeht, diverse Szenarien sind dabei denkbar.
Unter einem längerfristigen Zeithorizont könnte sich ein weiteres Problem ergeben. Im Soge der derzeitigen Unsicherheit wird der Konsum von edlen Rotweinen zurückgehen- sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Bereich. Spesenausgaben werden zurückgeschraubt, was insbesondere Restaurants mit einem hochwertigen Weinangebot zu spüren bekommen. Zudem ist speziell der Haupthandelsplatz London von der Wirtschaftskrise betroffen, wo Geschäftsessen gerne mit einer guten Flasche Wein begleitet wurden. Im privaten Bereich wird sicherlich die ein oder andere Flasche lieber “gebunkert” als ausgetrunken.
Somit schränkt sich derzeit ein wichtiges Kriterium für einen funktionierenden Weinmarkt nicht unerheblich ein- der Konsum. Selbst wenn diese Bestände dann später noch effektiv getrunken werden sollten, so wird dies doch Auswirkungen auf die Nachfrage haben, da zunächst die eigenen Lager “geplündert” – und danach erst wieder aufgefüllt werden. Auch wenn andere internationale Märkte sich derzeit immer noch als Nachfragemotor betätigen, man sollte diesen Aspekt bzw. dieses latente Risiko nicht aus den Augen verlieren.
Stichwörter: Weinmarkt
8.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Wenn ich mir die Meldung im Planet Bordeaux zum Jahrgang 2008 durchlese, frage ich mich, ob der Verband der Bordeaux-Winzer an Realitätsverlust leidet. Ansonsten kann ich mir die Äußerung, dass der Jahrgang 2008 wegen der äußerst geringen Ernte und der hohen Qualität sich zu einem der teuersten Jahrgänge seit langem entwickeln könnte, in keiner Weise erklären. Sollte sich dies in den Primeur-Preisen niederschlagen, wird das wahrscheinlich Wellen schlagen, deren Auswirkungen man derzeit nur erahnen kann. Sollte die Qualität jedoch wirklich so gut sein und man trägt bei der Preisgestaltung den Forderungen der Weinhändler Rechnung, kann sich in der Tat ein nicht unerhebliches Spekulationspotential für die Zukunft entwickeln.
Stichwörter: Bordeaux 2008
6.01.09, von weinvestor, Ein Kommentar
Dem Ticker “Recent Trades” der Liv-ex kann man entnehmen, dass heute eine Kiste Château Rothschild zum Preis von 3025 Euro den Besitzer gewechselt hat. Der Preis ex-Château betrug damals 300 Euro für die 0,75 L Flasche. Wichtige Ergänzung: Es handelte sich dabei um eine Kiste mit 6 Flaschen. Dies hatte ich ursprünglich übersehen, da an der Liv-ex meistens nur Kisten mit 12 Flaschen gehandelt werden. Damit relativiert sich der Preis wieder etwas…….
Stichwörter: Lafite Rothschild 2005
5.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Der Liv-ex 100 beendete den Monat Dezember mit einem Abschlag von 2.2 Prozent. Auf das Jahr 2008 Jahr betrachtet verzeichnete der Index somit ein Minus von 14.6 Prozent. Weitere Informationen hierzu demnächst hier im Blog.
Stichwörter: Liv-Ex Liv-Ex 100 Weinbörse
3.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Drei Sachen möchte ich noch bezüglich dem geplanten Weindepot ergänzen:
1) Es werden nur Weine berücksichtigt, die Jahrgang 2000 oder älter sind.
2) Es werden nur komplette Holzkisten mit 12 Flaschen à 0.75 L virtuell erworben. Es eröffnen sich in den einzelnen Flaschenformaten zwar immer wieder interessante Preisanomalien, aber diese werden nicht berücksichtigt. Zudem ist der Handel in den anderen Flaschenformaten meistens nicht liquide genug.
3) Bei der Bewertung der Positionen wird nicht das Mid-Price Prinzip angewendet, sondern der aktuelle Ankaufspreis am jeweiligen Stichtag. Sollte dieser an der Liv-ex nicht vorhanden sein, so wird der niedrigste List-Price der Handelsteilnehmer genommen.
Stichwörter: Weindepot Weininvestment
2.01.09, von weinvestor, Keine Kommentare
Mit Beginn des Jahres möchte ich ein “Weindepot” ins Leben rufen. Grundlage sind die Preise an der Liv-ex, an der auch das virtuelle Depot eingerichtet wird. Einmal im Monat wird dann im Blog über die Entwicklung und die Performance berichtet. Die Zusammenstellung soll nach diversen Grundsätzen/ Regeln zusammengestellt werden:
1) Es steht ein fiktiver Betrag von 100.000 Euro zur Verfügung. Dieser muss nicht sofort komplett investiert werden. Eine Verzinsung der Barreserve wird nicht berücksichtigt.
2) Das Depot wird unter einem mittelfristigen Zeithorizont (4-5Jahre) ausgerichtet.
3) Es wird davon ausgegangen, dass die Erstbestände in einem Wein aktiv (Kauf zu Verkaufskurs) erworben werden. Potentielle Nachkäufe können dann auch per Limit erfolgen. Ein Kauf zum Limit wird angenommen, wenn ein Bezahlt-Kurs an der Liv-ex dem Limit entspricht oder darunter liegt. Die aufgegebenen Limite werden bei der virtuellen Aufgabe im Blog geposted.
4) Verkäufe erfolgen grundsätzlich per Limit. Ein Verkauf zum Limit wird angenommen, wenn ein Bezahlt-Kurs an der Liv-ex dem Limit entspricht oder darüber liegt. Die aufgegebenen Limite werden bei der virtuellen Aufgabe im Blog geposted.
5) Das Depot soll sowohl im Hinblick auf die Châteaux, als auch der Jahrgänge, diversifiziert werden. Es werden dabei nur Weine berücksichtigt, die im Liv-ex 100 vertreten sind.
Das sind die Kernpunkte. Der Start soll bis Ende Januar erfolgen. Wer Interesse hat, dabei mitzuwirken, kann sich gerne bei mir per email an t.jodaitis@weinvestment.de melden. Dann könnte quasi eine Art Anlageausschuss ins Leben gerufen werden. Jedoch sollte dieser nicht mehr als 4-5 Personen umfassen.