Lafite 2005

Dem Ticker “Recent Trades” der Liv-ex kann man entnehmen, dass heute eine Kiste Château Rothschild zum Preis von 3025 Euro den Besitzer gewechselt hat. Der Preis ex-Château betrug damals 300 Euro für die 0,75 L Flasche. Wichtige Ergänzung: Es handelte sich dabei um eine Kiste mit 6 Flaschen. Dies hatte ich ursprünglich übersehen, da an der Liv-ex meistens nur Kisten mit 12 Flaschen gehandelt werden. Damit relativiert sich der Preis wieder etwas…….

Liv-Ex 100 beendet Jahr 2008 mit Minus

Der Liv-ex 100 beendete den Monat Dezember mit einem Abschlag von 2.2 Prozent. Auf das Jahr 2008 Jahr betrachtet verzeichnete der Index somit ein Minus von 14.6 Prozent. Weitere Informationen hierzu demnächst hier im Blog.

Ergänzung Weindepot

Drei Sachen möchte ich noch bezüglich dem geplanten Weindepot ergänzen:

1) Es werden nur Weine berücksichtigt, die Jahrgang 2000 oder älter sind.

2) Es werden nur komplette Holzkisten mit 12 Flaschen Ă  0.75 L virtuell erworben. Es eröffnen sich in den einzelnen Flaschenformaten zwar immer wieder interessante Preisanomalien, aber diese werden nicht berücksichtigt. Zudem ist der Handel in den anderen Flaschenformaten meistens nicht liquide genug.

3) Bei der Bewertung der Positionen wird nicht das Mid-Price Prinzip angewendet, sondern der aktuelle Ankaufspreis am jeweiligen Stichtag. Sollte dieser an der Liv-ex nicht vorhanden sein, so wird der niedrigste List-Price der Handelsteilnehmer genommen.

Weindepot

Mit Beginn des Jahres möchte ich ein “Weindepot” ins Leben rufen. Grundlage sind die Preise an der Liv-ex, an der auch das virtuelle Depot eingerichtet wird. Einmal im Monat wird dann im Blog über die Entwicklung und die Performance berichtet. Die Zusammenstellung soll nach diversen Grundsätzen/ Regeln zusammengestellt werden:

1) Es steht ein fiktiver Betrag von 100.000 Euro zur Verfügung. Dieser muss nicht sofort komplett investiert werden. Eine Verzinsung der Barreserve wird nicht berücksichtigt.

2) Das Depot wird unter einem mittelfristigen Zeithorizont (4-5Jahre) ausgerichtet.

3) Es wird davon ausgegangen, dass die Erstbestände in einem Wein aktiv (Kauf zu Verkaufskurs) erworben werden. Potentielle Nachkäufe können dann auch per Limit erfolgen.  Ein Kauf zum Limit wird angenommen, wenn ein Bezahlt-Kurs an der Liv-ex dem Limit entspricht oder darunter liegt. Die aufgegebenen Limite werden bei der virtuellen Aufgabe im Blog geposted.

4) Verkäufe erfolgen grundsätzlich per Limit. Ein Verkauf zum Limit wird angenommen, wenn ein Bezahlt-Kurs an der Liv-ex dem Limit entspricht oder darüber liegt. Die aufgegebenen Limite werden bei der virtuellen Aufgabe im Blog geposted.

5) Das Depot soll sowohl im Hinblick auf die Châteaux, als auch der Jahrgänge, diversifiziert werden. Es werden dabei nur Weine berücksichtigt, die im Liv-ex 100 vertreten sind.

Das sind die Kernpunkte. Der Start soll bis Ende Januar erfolgen. Wer Interesse hat, dabei mitzuwirken, kann sich gerne bei mir  per email an t.jodaitis@weinvestment.de melden. Dann könnte quasi eine Art Anlageausschuss ins Leben gerufen werden. Jedoch sollte dieser nicht mehr als 4-5 Personen umfassen.

Rück- und Ausblick

Das Jahr 2008 dauert nur noch wenige Stunden und genau wie der Bloggerkollege Mario Scheuermann möchte ich die Möglichkeit nutzen, einen Blick zurück und in das nächste Jahr zu werfen.

Rücklick

Eine lange Zeit konnte sich der Markt für hochwertige Weine dem Einfluß der Kredit-/Finanzkrise entziehen und damit den Vorteil der Anlageklasse Wein- eine geringe Korrelation mit den Finanzmärkten- ausspielen. Aber spätestens ab dem Herbst 2008 erwischte die globale Weltwirtschaftskrise auch den Weinmarkt, was sich u.a. in der Entwicklung des Liv-ex 100 widerspiegelt. Der internationale Weinmarkt wurde in den Jahren zuvor durch eine weltweite Nachfrage in neue Höhen gepusht, bei der zahlungskräftigen Kundschaft spielte der Preis für einzelne Weine  keine Rolle- entscheidend war der Statusgedanke. Der Hype um den Jahrhundertjahrgang 2005 und eine ständig zunehmende Zahl an Weinfonds sorgten letzlich für eine “Blase” am Weinmarkt, der nun die Luft entweicht. Aber eigentlich ist bislang nicht viel geschehen- eine Übertreibungsphase ist beendet, der Markt konsolidiert und die ersten Sammler, die vom hohen Preisniveau abgeschreckt waren, kommen langsam zurück in den Markt. Und selbst wenn man als Weinfreund nun einige zu teuer eingekaufte Flaschen jüngeren Jahrgangs im Keller liegen haben sollte- Lehman Zertifikate oder Infineon Aktien würden mir bedeutend mehr Kopfschmerzen bereiten. Die Zeitschiene spricht für die flüssige Geldanlage. Persönlich möchte ich aber auch immer wieder betonen, dass man das Weininvestment unter dem Aspekt “das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden” betreiben sollte. Daher sehe ich auch die zunehmende Anzahl an Weinfonds mit hohen Volumen skeptisch, da hier allein die Rendite im Vordergrund steht. Zudem sehe ich auf langfristige Sicht darin ein ernsthaftes Problem für den Weinmarkt entstehen, was aber an anderer Stelle diskutiert werden soll.

Ausblick

Was bringt das Jahr 2009? Die Gefahr von kurzfristig weiter fallenden Weinpreisen ist durchaus gegeben. Wobei das Wort “Gefahr” eigentlich fehl am Platze ist und besser durch “Chance” ersetzt werden sollte. Das Weininvestment ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und unter diesem Zeithorizont betrachtet bieten sich nun verlockende Chancen, wenn man sie erkennt und die Weine mit Bedacht auswählt. Eile beim Kauf ist dabei nicht gegeben, man kann davon ausgehen, dass die Preise wahrscheinlich erstmal stagnieren oder u.U. noch weiter nachgeben werden. Aber genau wie bei der Aktienanlage sollte man nicht versuchen, zu absoluten Tiefstkursen zu kaufen, da dies den wenigsten gelingt.

Man darf im neuen Jahr zudem darauf gespannt sein, wie sich die Primeur-Kampagne 2008 entwickeln wird. Wie schon in einem anderen Beitrag angerissen, könnte sich diese zu einem Tanz auf dem Drahtseil entwickeln- Ausgang ungewiss.

Schlußwort

Zum Schluss möchte ich meinen Lesern und Bloggerkollegen noch einen Guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. 2009 wird sicherlich kein leichtes Jahr- in jeder Hinsicht. Aber jede Krise bietet auch eine Chance und unter diesem Leitsatz steht auch die für Januar anstehende Blogerweiterung…….

Projekt Update

Ich hatte eigentlich gehofft, in den letzten Dezember Tagen mit der Beta-Version meiner Blogerweiterung online gehen zu können. Ich werde diesen Termin nun leider auf Mitte- Ende Januar verschieben müssen. In erster Linie hat dies organisatorische Gründe, da ich die teilweise langen Vorlaufzeiten unterschätzt habe. Die Seite an sich steht zu 95 Prozent, in diesen Tagen arbeite ich gemeinsam mit meinem Webdesigner am Feintuning. Einmal mehr habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, auf ein zuverlässiges Team zurückgreifen zu können. Auch der Programmierer hat ganze Arbeit geleistet und letztlich ein Problem in den Griff bekommen, was sich keiner erklären konnte. Somit bin ich sehr zuversichtlich, dass im Laufe des Januars der Startschuß fallen kann.

Gerüchte um Verkauf von Château Latour

Einem Artikel der Sunday Times kann man entnehmen, dass angeblich das Château Latour derzeit potentiellen Investoren zum Kauf angeboten wird. Das Bankhaus Lazard soll mit diesem Deal im Auftrag des bisherigen Eigentümers Francois Pinault beauftragt worden sein. Weitere Informationen findet man hier und im Planet Bordeaux.

Liv-ex Monatsreport November 2008

Erneut Verlust
Der Liv-ex 100 beendete den Monat November begleitet von einem hohen Handelsvolumen mit einem Minus von 5.5 Prozent bzw. 209.48 Punkte. Seit Januar bedeutet dies ein Minus von 12.6 Prozent. Der Handel konzentrierte sich dabei hauptsächlich auf die Jahrgänge 2000 und 2003. Aber auch der 2005´er Jahrgang fand nach einigen sehr ruhigen Monaten wieder verstärkt Beachtung (15% Anteil am Gesamtvolumen) bei den Handelsteilnehmern. Einer erhöhten Nachfrage vor den Festtagen konnte sich zudem der Champagnerbereich erfreuen.

Die Gewinnerliste ist den Umständen entsprechend klein, im Gegensatz zu der Verliererliste. In letzterer sind unter anderem Margaux 2005 (-10 Prozent), Cheval Blanc 2005 (-8.8 Prozent) und Lafite Rothschild 2004 (-11.5 Prozent) zu finden.

Ausblick auf 2009
Die Betreiber der Liv-ex wagen zudem einen vorsichtigen Ausbick auf das Geschehen im kommenden Jahr.
Sie halten es nicht für unwahrscheinlich, dass die Preise für hochwertigen Wein im ersten Quartal noch weiter unter Druck geraten, wobei sich jedoch jetzt bereits zunehmend Schnäppchenjäger auf “die Jagd” machen, die diese Entwicklung unter Umständen abfedern. Unter längerfristigen Aspekten sehen sie eine breiter aufgestellte weltweite Nachfrage und eine eher abnehmende Produktionsmenge der führenden Châteaux, was für steigende Preise sprechen würde. Aber auch der Weinmarkt kann sich nicht komplett den Einflüssen der weltweiten Konkunktur entziehen und hier liegt derzeit der größte Unsicherheitsfaktor.

Jahrgang 2008 wird zur Zwickmühle

Man darf jetzt schon gespannt darauf sein, wie sich das Preisgefüge für den 2008´er Jahrgang entwickeln wird. Eines steht jetzt schon fest- es wird definitiv nicht einfach und ein Drahtseilakt. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle:
1) Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Allgemeinen und auf die Preise für hochwertigen Wein im Speziellen.
2) Die Qualität des 2008´er Jahrgangs wird die des 2007´er Jahrgangs übertreffen, die Menge wird jedoch geringer ausfallen. Trotz vieler Warnungen im Vorfeld kam der Jahrgang 2007 im Soge der hohen Preise für den 2005´er im en primeur Geschäft zu teuer auf den Markt. Sollte es jetzt zu den von allen Seiten geforderten Preissenkungen für den diesjährigen Jahrgang kommen, werden die Händler auf ihren 2007´er Beständen sitzen bleiben.
3) Das en primeur System in Bordeaux steht schon seit längerer Zeit auf dem Prüfstand und das nächste Jahr kann dazu führen, dass eine Änderung herbeigeführt wird.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auch im Planet Bordeaux.

Blogerweiterung

Allen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Trotz wird das Blog in absehbarer Zeit ausgebaut- die Vorbereitungen laufen derzeit. Aus meiner Sicht ist es eine sinnvolle Erweiterung, Anfang Januar soll das Projekt online gehen. Weitere Einzelheiten werden im Laufe des Dezembers hier im Blog veröffentlicht.