Internationale Weinfondsszene

Neue Weinfonds in Gründung
Schaut man sich die internationale Berichterstattung an und glaubt man den Gerüchten aus London, stehen einige Neugründungen im Bereich der Weinfonds bevor. Dies war ansatzweise zu erwarten, da es speziell in London zahlreiche Banker gibt, die derzeit auf der Suche nach neuen Tätigkeitsfeldern sind- die Finanzkrise läßt grüßen. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage erfreuen sich die Fonds bei institutionellen Kunden anscheinend eines regen Interesses, was sich in stetig wachsenden Fondsvolumen niederschlägt.
Auf der einen Seite ist dies sicherlich erfreulich, da ein Trend zu Sachwerten erkennbar ist, der das Thema “Weininvestment” vielleicht auch mal in Deutschland etwas populärer macht und zudem zeigt, dass sich der Markt für hochwertigen Wein wahrscheinlich in einer Phase der Bodenbildung befindet bzw. der Druck nach unten zunehmend begrenzt wird.

Langfristig gefährliche Tendenzen
Auf der anderen Seite glaube ich, dass diese Entwicklung dem Weinmarkt nicht förderlich ist. Weininvestment gut und schön- aber diese Fondsvolumen (der Größte peilt 100 Mio GBP an) sind jenseits von Gut und Böse. Zudem wird die Entwicklung verstärkt, die jetzt schon zunehmend zu beobachten ist: die Weinbestände werden von Fonds zu Fonds verkauft, was letztendlich bedeutet, dass keine Verknappung durch Konsum stattfindet, was ein wesentliches Kriterium für das Prinzip des Weininvestments ist.
Dies kann eine ganze Weile gut gehen und die Weinfonds werden vielleicht auch eine entsprechend gute Performance aufweisen, aber dies ist in meinen Augen zu kurzfristig gedacht. Die Fonds werden bei einem Verkauf von diversen Beständen immer die Möglichkeit nutzen, die es ihnen ermöglicht, ihre ausgewiesene Rendite nicht negativ zu beeinflussen. Andere Fonds profitieren davon, wenn sie Teile oder sogar die gesamte Position des abgebenden Fonds auf das “eigene Buch” nehmen, da sie oftmals identische Weinbestände aufgebaut haben und vermeiden möchten, dass durch den Verkaufsdruck ihre eigene Performance in Mitleidenschaft gezogen wird. In diesem Moment für alle Beteiligten eine Win-Win Situation. Aber langfristig wird eine Situation entstehen, die in der Vergangenheit noch nie am Weinmarkt bestanden hat. Zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft wird eine Flutwelle den Weinmarkt erfassen, die ein Novum darstellen wird. Dieses zunehmende Volumen der Weinfonds dient eigentlich nur den Managern in Form von jährlichen Verwaltungsgebühren. In meinen Augen beraubt man sich damit der nötigen Flexibilität und erzeugt unnötigen Anlagedruck. Aber ich lasse mich auch
gerne eines Besseren belehren.


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