Die Entwicklung des Liv-ex 100 im Jahre 2011
Wenn man sich nur die blanken Zahlen betrachtet, stand die Entwicklung des Liv-ex 100- der weltweit führende Index für die Weinwelt- unter keinem guten Stern. Ohne den Dezember beträgt das Minus seit Beginn des Jahres immerhin 11,4% Prozent. Dabei gilt der Markt für hochwertige Weine als relativ sichererer Hafen, der kleine bis mittlere Wirtschaftskrisen in der Regel unbeschädigt übersteht. Natürlich besteht derzeit eine große Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft, trotzdem lohnt sich einmal, den Liv-ex 100 etwas genauer zu analysieren. Letztlich gilt als ein Pluspunkt des Weininvestments die Risikodiversifizierung, wobei dieser Aspekt darunter leiden würde, wenn der Weinmarkt zunehmend stärker mit den Finanzmärkten korreliert.
Die Aufwärtsbewegung des Liv-ex 100 in den letzten Jahren war insgesamt durch die zum Teil explosionsartigen Preissteigerungen bei den Weinen von Lafite Rothschild geprägt. Die Preise von anderen Châteaux zogen zwar ebenfalls an, jedoch nicht so stark wie bei Lafite. Durch die hohe Gewichtung von Lafite Rothschild im Liv-ex 100, führte dieser Umstand zu einem entsprechenden Anstieg des Index. Kritische Beobachter haben regelmäßig auf diesen Umstand hingewiesen und eigentlich rechnete man schon fast monatlich mit einem Platzen der Lafite-Blase.
Genau dies ist nun insbesondere in der zweiten Jahreshälfte eingetreten und was man zuvor für die Aufwärtsbewegung feststellen konnte, kann man nun auch für die Abwärtsbewegung konstatieren: das Schwergewicht gibt maßgeblich die Richtung vor, die anderen Premier Crus schwächeln auch, aber nicht so stark. Zudem sollte man beachten, dass die Weine aus der zweiten Bordeauxreihe sowie Burgund-Weine , zum Teil beträchtliche Zuwächse verzeichnen konnten. Durch die starke Gewichtung der Premier Crus im Liv-ex 100 wird dieser Umstand auf den ersten Blick jedoch nicht so offensichtlich.
Den gleichen Grundsatz wie bei einem Gesamtportfolio, sollte man daher zwingend auch bei einem Weinportfolio berücksichtigen- die Risikostreuung. Genau diese bereitere Aufstellung ermöglicht dann auch in etwas stürmischen Zeiten, dass man das Weininvestment immer noch als sicheren Hafen ansehen kann. Allerdings sollte man beachten, dass diese Funktion in Mitleidenschaft gezogen werden kann, je mehr professionelle Teilnehmer das Weininvestment einzig aus Renditegründen betreiben.
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